Nagelpilzbefall – ein weit verbreitetes Leiden im Grünen!

Immer mehr Menschen sind vom Nagelpilzbefall betroffen, aber wie entsteht er? In vielen Fällen sind schon ein falsches Schuhwerk, Strümpfe aus Synthetik, Schwimmbadbesuche, kleine Verletzungen der Nagelhaut oder häufiger Sport Ursache für einen Pilzbefall. Der größte Risikofaktor ist jedoch die Erkrankung an Diabetes mellitus. Da bei diesen Patienten häufige Hautrisse und kleine Verletzungen der Nagelhaut auftreten, können hier Hefe- , Schimmel- und Fadenpilze den Nagel leichter befallen, als bei gesunden Menschen.

Barfuß laufen keine gute Idee

Aber woran merkt man überhaupt, dass man einen Nagelpilz hat?

Die Nägel verfärben sich gelblich, die Struktur der Nägel verändert sich stark, die Nagelhaut ist oft entzündet und das Wachstum der Nägel verändert sich. Bei Auftreten solcher Symptome sollte schnellstmöglich eine Behandlung erfolgen, da sonst die gesamte Nagelplatte befallen wird. Eine Folge wäre dann, dass sich der Nagel auflöst oder sogar komplett abfällt. Es können sowohl die Fuß-, als auch die Fingernägel vom Nagelpilz betroffen sein.

Wie wird ein Nagelpilz behandelt?

Zum Einsatz kommen hier sogenannte Antimykotika, die entweder lokal aufgetragen, oder in Tablettenform eingenommen werden können.

Darreichungsformen der Lokaltherapie: Medizinischer Nagellack, Salbe, Creme, Tinktur

Darreichungsformen der systemischen Therapie: Tabletten, Kapseln

Aber wann eignet sich welche Therapie am besten?

Die Lokaltherapie wird empfohlen, wenn weniger als 50% des Nagels befallen sind, die Nagelmatrix noch nicht zerstört wurde, nicht mehr als zwei Nägel betroffen sind. Daraus ergibt sich, wann eine systemische Therapie sinnvoll ist: Mehr als zwei Nägel sind befallen, die Nagelmatrix ist bereits zerstört, mehr als 50% des Nagels sind befallen. Wichtig ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass eine systemische Therapie immer in Kombination mit einer Lokaltherapie erfolgen sollte. Bei der Behandlung des Nagelpilzes ist Geduld gefordert. Der Nagel muss erst vollständig nachgewachsen sein, bevor man die Therapie beenden kann, und das kann mehrere Monate dauern. In der Lokaltherapie finden am häufigsten Nagellacke Verwendung. Der meist verwendetste Wirkstoff ist hier das Ciclopirox.

Wie wird der Nagellack angewendet?

Kaputter Zeh rechtsZuerst sollte der betroffenen Nagel so kurz wie möglich geschnitten werden, um überflüssiges und befallenes Nagelmaterial zu entfernen. Anschließend wird der Nagel mit einer Einweg-Nagelfeile ( in der Packung enthalten ) abgefeilt. Nun kann der Nagellack aufgetragen werden. Wichtig ist, dass er gleichmäßig und dünn angewendet wird. Vor der nächsten Anwendung muss der Nagellack wieder entfernt werden. Hierzu werden die beigelegten Alkoholtupfer verwendet. Es empfiehlt sich auch den Nagel vor jeder Anwendung zu feilen.

Wie häufig sollte die Anwendung erfolgen?

Im ersten Monat ist es notwendig den Lack jeden zweiten Tag aufzutragen. Im zweiten Behandlungsmonat sollte die Anwendung mindestens zweimal wöchentlich und ab dem dritten Monat mindestens einmal in der Woche erfolgen. Bei fortgeschrittenem Nagelpilz reicht eine Lokaltherapie meist nicht aus. in diesem Fall werden zusätzlich Tabletten oder kapseln eingenommen. Diese müssen vom Arzt verordnet werden. Es stehen drei Wirkstoffe zur Verfügung: Fluconazol, Itraconazol und Terbinafin. Die jeweilige Dosierung und Anwendungsdauer wird vom Arzt festgelegt.

Wie kann man einem Nagelpilz am besten vorbeugen?

Die Erreger siedeln sich häufig dort an, wo es warm und feucht ist. Am effektivsten beugt man einem Pilzbefall vor, wenn man in der Sauna oder im Schwimmbad Badelatschen trägt. Wer häufig Sport treibt sollte darauf achten, verschwitzte Socken regelmäßig zu wechseln und anschließend möglichst heiß zu waschen. Auch das richtige Schuhwerk kann helfen nicht an einem Nagelpilz zu erkranken.

Schwimmbäder meiden

Wie anfangs bereits erwähnt sind Diabetiker besonders anfällig dafür einen Nagelpilz zu bekommen. Eine verminderte Immunabwehr und kleine Verletzungen der Nagelhaut sind hier die Ursache. Eine gute Fußpflege und die regelmäßige Kontrolle sind hier unumgänglich.

Gerade Frauen beschäftigt häufig noch eine weitere Frage: Kann weiterhin ein kosmetischer Nagellack verwendet werden? Die Antwort lautet: Ja! Zu beachten ist nur, dass der medizinische Nagellack vorher völlständig getrocknet ist.

Sie möchten wissen, ob auch Sie ein erhöhtes Risiko haben an einem Nagelpilz zu Erkranken?

Dann stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Bin ich über 50 Jahre alt?
  • Treibe ich häufig Sport, bei denen meine Füße einseitig belastet werden?
  • Leide ich an Diabetes mellitus oder an Durchblutungsstörungen?
  • Trage ich regelmäßig Badelatschen, wenn ich ins Schwimmbad gehe?
  • Trage ich Baumwollsocken oder Socken aus Synthetik?
  • Trockne ich nach dem Duschen meine Füße gründlich ab?

Menschen über 50, Sportler, die einer einseitigen Belastung ausgesetzt sind, Diabetiker, das Tragen von Socken aus Synthetik, das falsche Abtrocknen der Füße…all das sind Risikofaktoren einen Nagelpilz zu bekommen! Eine gute Pflege ist deshalb der Grundbaustein für gesunde Füße